Mehr Facebook in Whatsapp

In einem Pop-up verlangt der Messenger die Zustimmung zu seinen neuen Geschäftsbedingungen. Demnach soll sich vor allem die Datenverarbeitung durch Whatsapp ändern. Wer nicht zustimme, könne Whatsapp nach dem 8. Februar nicht mehr nutzen, heißt es in einem Pop-up, das Whatsapp den App-Nutzern anzeigt.

Im Unterschied zu der US-Version des Pop-ups wird im deutschsprachigen Raum nicht auf die Änderungen rund um die Integration von Facebook-Produkten hingewiesen, obwohl der entsprechende Unterpunkt in der Datenschutzerklärung im Deutschen wie im Englischen identisch ist.

In der Datenschutzerklärung aus dem Jahr 2018 betonte Whatsapp noch, dass Facebook die Whatsapp-Nachrichten nur dazu nutze, „uns beim Betreiben und bei der Bereitstellung unserer Dienste zu unterstützen.“ Dieser Punkt – der ohnehin nicht für Bestandsdaten und möglicherweise auch nicht für Metadaten galt – wurde nach und nach durch zwei neue Punkte, die eine weitgehende Verarbeitung der bei Whatsapp anfallenden Daten durch Facebook-Unternehmen erlaubt, ersetzt.

Demnach will Whatsapp „Integrationen [bereitstellen], die dich in die Lage versetzen, deine Whatsapp-Erfahrungen mit anderen Produkten von Facebook-Unternehmen zu verbinden.“ Als Beispiel wird Facebooks Bezahldienst genannt. Zudem soll es möglich sein, „auf anderen Produkten von Facebook-Unternehmen (z. B. Portal) mit deinen Freunden zu chatten, indem du deinen Whatsapp-Account mit diesen verbindest.“ Damit setzt Whatsapp einen bereits letztes Jahr angekündigten Plan um, den Messenger durch die Integration von weiteren Diensten um eine Handelskomponente zu erweitern. Diese Whatsapp-Funktionen sollen teilweise unter dem Dach von Facebook gehostet werden.

Bereits seit Juli 2020 heißt es in der Datenschutzerklärung, dass die Daten beispielsweise für Freundesvorschläge, Personalisierungsfunktionen sowie das Anzeigen von relevanter Werbung genutzt werden. Dabei bedeutet letzteres nichts anderes als umfassend Daten zu sammeln und auszuwerten um gezielter Werben zu können- wohlgemerkt auch außerhalb von Whatsapp bei anderen Facebook-Unternehmen.

Hier ergänzt Whatsapp in der aktuellen Erklärung eine Datennutzung für „Personalisierungsfunktionen und Inhalte, [sowie das] Unterstützen beim Abschluss von Käufen und Transaktionen“. Die aus Datenschutzsicht schlimmsten Veränderungen wurden also schon vor der aktuellen Änderung eingeführt.

Laut Facebook, geht es bei dem neuerlichen Update der Geschäftsbedingungen „nur um geschäftliche Nachrichten [geht] – es wird keine Änderung beim Datenaustausch mit Facebook für nicht geschäftliche Chats und Kontoinformationen geben, und Berichte darüber, dass wir den Austausch mit Facebook ‚verpflichtend‘ machen, sind nicht korrekt.

Nutzer, die den neuen Geschäftsbedingungen und der neuen Datenschutzerklärung nicht bis zum 8. Februar zustimmen, können Whatsapp nicht weiter verwenden.

Wem das ganze zuviel wird, und mehr auf seine Privatsphäre achten möchte, der kann sich eines der anderen Messenger wie Chatsecure , Signal , Telegram oder Briar näher anschauen.

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